Samstag, 13. Februar 2010

Die Briefe an MdB Leutert (Die Linke) wg. Wagenknecht

1. Brief:

Sehr geehrter Herr Bundestagsabgeordneter Leutert,

mit Befremden habe ich von Ihrer harschen Kritik an Frau Sahra Wagenknecht bezüglich deren Weigerung dem zionistischen Staatspräsidenten stehende Ovationen zu spenden, Kenntnis erhalten.

Es verwundert mich sehr, dass in unserem Lande mittlerweile offenbar ein Klima entstanden ist, dass nicht nur die bedingungslose Unterstützung des zionistischen Staates und seiner Verbrechen gegen die Menschlichkeit einfordert, sondern darüber hinaus eine überwiegende Mehrheit der Bundestagsabgeordneten einem der historischen Hauptverantwortlichen für diese Verbrechen eine derartige Ehre zuteil werden lässt.

Ich kann Ihnen versichern, hätte Shimon Peres auch nur den Versuch unternommen, in einem unserer orthodoxen Viertel in Williamsburg/New York, Monsey, Montreal, London oder Jerusalem auch nur zu erscheinen, hätte man ihn nicht nur zu Hunderttausenden mit Pfiffen empfangen, sondern ihn auch an seine historische Verantwortung bezüglich der europäischen Judenvernichtung erinnert.

Die Tragik besteht darin, dass - aus welchen fadenscheinigen politischen oder militär-strategischen Gründen auch immer - das jüdische Volk der Thora und seine Ermordeten mittlerweile nahezu für jede Schandtat missbraucht werden. Peres hatte und hat keinerlei Recht im Namen dieses Volkes zu sprechen. Er vertritt weder das Weltjudentum noch die geschundenen Seelen unseres Volkes. Er ist ausschließlich der Vertreter eines Staates, den das authentische und orthodoxe Judentum immer abgelehnt und bekämpft hat. Ihm stehende Ovationen zu erteilen kommt einem Affront gegen alle Grundsätze und Werte der jüdischen Religion gleich und ist in diesem Sinne auch ein anmaßender und geschmackloser Frontalangriff auf das Judentum schlechthin.

Hochachtungsvoll

gez. Reuven Jisroel Cabelman

2. Brief:

Sehr geehrter Herr Bundestagsabgeordneter Leutert,

ich erlaube mir Ihnen hiermit einen weiteren Brief zukommen zu lassen, indem ich auf Ihre neuen öffentlichen Äußerungen in der "Sache Wagenknecht" eingehen möchte.

Insbesondere will ich mich mit diesem Teil Ihrer Aussagen beschäftigen.
"Worauf es mir amkam und ankommt: Die Nazi-Verbrechen, die Shoa und der Vernichtungskrieg sind das originäre Menschheitsverbrechen. Sich über andere Menschen zu erheben und ihnen millionenfach das Recht auf Leben abzusprechen, weil sie 'lebensuntwert' seien, ist einzigartig. Den jüdischen Opfern des Nationalsozialismus wird am 27. Januar in der Gedenkstunde im Bundestag gedacht. Nur um sie und die Mahnung des 'Nie wieder!' darf es aus diesem Anlass gehen. Alles andere bedeutet in dem Zusammenhang eine Relativierung der Nazi-Verbrechen. Auch wenn man dies gar nicht beabsichtigt."
Meine Erfahrung in Deutschland hat mich gelehrt, dass die verordnete Gedenkkultur hierzulande ihren eigenen Riten als auch einer ganz selbständigen Logik folgt. Daraus ist mittlerweile allerdings eine Eigendynamik entstanden, die mir als Jude Angst bereitet, weil gerade sie mich an den geistig-ideologischen Gleichschritt vergangen geglaubter Zeiten erinnert.

Ich habe mich auch deshalb schon des öfteren gefragt, woraus Menschen wie Sie, verehrter Herr Bundestagsabgeordneter, die doch mit dem Judentum so gar nicht vertraut sind, das Recht ableiten, das Schicksal des jüdischen Volkes während des 2. Weltkrieges sozusagen zu Ihrer persönlich-politischen Agenda, dazu noch in Verbindung mit einem als sehr eigennützig zu beurteilenden innerparteilichen Zwist, derart zu degradieren?

Eine Gedenkkultur im übrigen, die in ihrer momentanen Verfassung von der Mehrheit des deutschen Volkes doch eher argwöhnisch beobachtet oder auch deshalb abwertend beurteilt wird, weil sie immer mehr zu einer "Show" und einem "Business" entartet ist, die zudem längst ihrer eigentlichen Substanz beraubt und für politische oder gar militärische Zwecke völlig anderer Interessen vergewaltigt und missbraucht wird. Und genau damit tut dem jüdischen Volk doch niemand wirklich einen Dienst!

Wir gedenken unserer Verstorbenen und den Märtyrern unbemerkt von der Außenwelt und unter uns auf eine stille Art und Weise in unseren Familien, Synagogen und Lehrhäusern und schreien nicht auf den diversen "Holocaust-Marktplätzen" eines verordneten "Erinnerns" der "political correctness" herum. Verstehen Sie mich nicht falsch: Nicht, dass ich Ihnen oder den deutschen Volksvertretern im Bundestag insgesamt ihre Art des Gedenkens an die Schrecken des 2. Weltkrieges vorzuschreiben beabsichtige, doch muss ich mich dagegen wehren, dass das jüdische Volk (also das Volk der Heiligen Schrift) auf derlei Art vereinnahmt wird.

Da Sie mir auf mein erstes Schreiben nicht geantwortet haben, muss ich davon ausgehen, dass Sie meine jüdische Stimme als nicht wichtig genug empfinden und sich lieber mit den Führern eines dem Judentum fremden, neuzeitlichen Kultes - genannt Zionismus - verbunden fühlen, der durch alle in der langen Tradition und Überlieferungskette unserer Religion und unseres Volkes stehenden Weisen und Gelehrten seit seiner Entstehung auf das Schärfste bekämpft worden ist. Dies ist selbstverständlich Ihre ganz persönliche Wahl, die ich wiederum zu respektieren habe.

Doch könnte ich Ihnen die für jedes gottesfürchtige jüdische Ohr wohlklingenden und Ehrerbietung abringenden Namen dieser Gelehrten zu Dutzenden nennen, doch leider wüssten Sie damit nichts anzufangen, weil Sie - und dies ist nicht Ihre Schuld - ein falsches Bild, eine verkehrte Erziehung darüber erhalten haben, was Judentum bedeutet und wer Judentum repräsentiert.

Nicht wenige von diesen für Sie unbedeutenden Persönlichkeiten unseres Thora-Volkes (etwas anderes waren wir nie und werden wir nie sein) kamen aus den Lagern nicht zurück, mussten sich jedoch selbst dort gegen den Zionismus und seine Anhänger verteidigen. Jene, die - Gott sei es gedankt - ihren Schlächtern und Henkern dennoch auf die eine oder andere Weise entkommen konnten, führten ihren jüdischen Kampf gegen die zionistische Häresie unbeirrt auch nach dem Kriege fort.

Jenem, dem Sie am 27. Januar zusammen mit einer Partei übergreifenden Mehrheit stehende Ovationen im Deutschen Bundestag erteilt haben, ist zweifellos der höchste Repräsentant des sogenannten "Staates Israel". Doch ist er genauso unzweifelhaft weder der Repräsentant des jüdischen Volkes der Thora, noch hat er das Recht dazu im Namen der Opfer des 2. Weltkrieges zu sprechen.

Der zionistische Staat ist nicht der kollektive Vertreter des Weltjudentums! Er hat vor allem aber kein Mandat dafür, im Namen des jüdischen Volkes und seiner Ermordeten vor den Deutschen eine Rede zu halten, die man nur als "kriegshetzerisch" bewerten kann. Dass dieser Mann im deutschen Parlament für die jüdischen Opfer des 2. Weltkrieges darüber hinaus das "Kaddisch" gesprochen hat, ist eine selbstherrliche Anmaßung, die ihresgleichen sucht.

Niemand sonst personifiziert die anti-jüdische Ideologie des Zionismus der letzten 70 Jahre mehr als Peres. Er nahm an allen Kriegen der Zionisten gegen die arabischen Völker teil und er ist stellvertretend für all jene zu nennen, die - und ich gebrauche Ihre Worte - "sich über andere Menschen erheben und ihnen millionenfach das Recht auf Leben absprechen". Ich füge deutlich hinzu, dass genau dies im Namen des Judentums geschieht und von daher in der Tat als "einzigartig" zu bewerten ist, weil das authentische Judentum mit derlei die Völker provozierenden und aggressiv-kriegerischen Untaten nichts zu tun hat, sie nicht unterstützt oder gutheißt, sondern sie im Ganzen ablehnt und verurteilt.

Sie müssen verstehen lernen oder doch zumindest respektieren, dass authentisches Judentum auf der einen und Zionismus gleichgültig welcher Spielart auf der anderen Seite absolut nichts miteinander gemeinsam haben.

Verehrter Herr Leutert, ganz und gar abwegig und gefährlich wird es allerdings dann, wenn Sie jenen, die - aus welchen Gründen auch immer - der zionistischen Inszenierung im Deutschen Bundestag nicht durch "standing ovations" Folge leisten wollten, eine "Relativierung der Nazi-Verbrechen" zu unterstellen wagen. Solch ein Argumentationsmuster dient offensichtlich schlichtweg dazu, diese Menschen mittels eines diskreditierenden Rundumschlages der übelsten Sorte zu verunglimpfen und sie in eine Ecke manövrieren zu wollen, wo sie definitiv nicht hingehören. Im Grunde sollten Sie sich dafür schämen, dass Sie wegen eines politischen Süppchens, das Sie da kochen wollen, wiederum unseren Namen missbräuchlich verwenden.

Zum Abschluss möchte ich dennoch einen unserer großen Gelehrten zu Wort kommen lassen, der in einer englischen Übersetzung bereits vor über 60 Jahren zum zionistischen Ghetto-Aufstand von Warschau folgendes zu schreiben wusste. Ich zitiere dies deshalb, um auf Ihre Bemerkung des "Nie wieder" einzugehen. Sie sollten diese Worte studieren und mit Respekt behandeln, weil sich darin die wirklich jüdische Lebenseinstellung und Weisheit widerspiegelt, die so gänzlich nicht mit den zionistischen Mythen zusammen zu bringen sind:
"Therefore it is clear that people believing in G-d, who live and die by His will, do not do deeds that are liable to hasten their death even by one moment. And without a doubt they do not do anything that will hasten the end of the life for tens of thousands of their brothers.
People who believe in G-d and live only by His will are the true courageous ones, who listen to His voice and do His will, even if that voice speaks harshly to them. They do not despair of their lives, even though their lives become a series of suffering and unbearable tortures, for this is what the Supreme Providence has placed upon them. Heroism in such a condition is not to die a death of fantasy heroes — something that any child can do when in despair. The real heroism in such times is precisely to live the life of heroes within a sea of suffering. In this way we fulfill the heroic fate that the Supreme Providence has placed upon us.
The highest spiritual bravery is to refuse to relinquish even one moment of life because of external pressure, and such bravery is a thing of which only G-d-fearing Jews are capable. Only Jews who know enough to value each moment of normal life, and even more, of a life covered with suffering and fated to test us, a moment of exalted, glorious life, are capable of such bravery. Such Jews were our brothers in the ghettos."
"Such Jews were our brothers in the ghettos" - und ich füge freimütig hinzu:

Nur solche Juden sind auch heutzutage unsere Brüder und nicht jene, die - wie Peres - auf dem Rücken unserer eigentlichen Helden und zudem auf Kosten unserer Kinder nicht nur den Nahen und Mittleren Osten in Brand zu stecken gedenken, sondern damit auch dabei sind die gesamte Welt in den Abgrund zu zerren. Und dies alles zusammen ist nicht nur ein Verrat an der jüdischen Nation, am Volk des Buches, sondern auch an der gesamten Menschheit.

In Respekt vor der Würde Ihres Amtes!

gez. Reuven J. Cabelman

Kommentare:

  1. Sehr geehrter Herr Cabelman,
    ich möchte Ihnen meine Hochachtung aussprechen für Ihre Briefe an MdB Leutert.
    Als bibeltreue Christin sehe ich, wie leider auch christl. sog. "Amtskirchen" (welchen ich nicht mehr angehöre) immer mehr vom Zionismus unterwandert werden, was mich zu großer Sorge veranlasst. In der kommenden Zeit sei es daher auch jedem Christen ans Herz gelegt, sich zu prüfen und an der Wahrheit und Weisheit des Schöpfers unbeirrt festzuhalten in einer uninformierten oder gar bewußt irregeführten Welt. Ich lese natürlich die Bücher des Alten Testaments und spüre in Ihren Briefen die Betrübnis des wahren Thora-Volkes. Ja, der zionistische Kult war und ist dem Schöpfer und seinen Kindern ein Gräuel, und Sie haben weise Worte gefunden, um dies auszudrücken.
    Hochachtungsvoll
    Claudia Wohlrab

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  2. Sie vergaßen eines zu erwähnen
    Shimon Peres ist einer der Schöpfer des israelischen Atom Programmes und der israelischen Atombombe und ausserhalb des Atomwaffen Sperrvertrages, okay ich weiss Israel hat ihn nie unterschrieben, deswegen kann es auch keine Sanktionen geben, aber letztendlich ist es doch eine Art Doppelmoral.
    Aber wie sie bestimmt wissen hat die Bundesrepublik immer gute Beziehungen zu Staaten unterhalten, die Menschenrechte und das Völkerrecht mit Füssen traten, immerhin war Chiles Pinochet, Paraguays Staatschef Strössner und Südafrikas Apartheidsregierung anerkannte Staaten, Staatsführer und Wirtschaftspartner der BRD und das über Jahrzehnte.

    Geschichte wiederholt sich eben

    schönen Gruß aus Gera

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