Mittwoch, 3. März 2010

Ein Erfolg betreff Frankfurter Rundschau und Dantschke, der jedoch auf halber Strecke stecken blieb

Der Chefredakteur der Frankfurter Rundschau, Herr Joachim Frank, und die wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Zentrum Demokratische Kultur in Berlin, Frau Dantschke, haben mir jeweils in getrennten Schreiben versichert, dass Sie zukünftig nicht mehr die Absicht haben, Neturei Karta und ihre Repräsentanten als „Holocaust-Leugner“ zu verleumden. Nachfolgend die Schreiben im Wortlaut. Zunächst die FR:
Sehr geehrter Herr Cabelman,


Ihre Mail vom 17.02. habe ich zur Prüfung zugeleitet bekommen.


Angesichts der von Ihnen vorgelegten Dokumente und weiterer Recherchen bin ich zum Ergebnis gekommen, dass wir Ihrem Wunsch entsprechen und die von Frau Dantschke verwendete Formulierung "Holocaust-Leugner" aus dem Interview entfernen. Ich habe eine entsprechende Änderung veranlasst, wie Sie dem folgenden Link entnehmen können.


Darüberhinaus sichere ich Ihnen zu, dass die Frankfurter Rundschau Neturei Karta auf der Basis der uns vorliegenden Informationen nicht mehr als "Holocaust-Leugner" bezeichnen wird.


Mit freundlichen Grüßen,


Joachim Frank

Und jetzt Frau Dantschke:
Sehr geehrter Herr Cabelman,


Ihre Mail vom 22.02.2010 ist mir von Herrn Frank, Frankfurter Rundschau, gestern Abend zugeleitet worden. Ich selbst habe von Ihnen bisher keine Email erhalten, was vermutlich daran liegt, dass Sie eine ungültige Email-Adresse verwendet haben.


Ich sichere Ihnen zu, dass ich, Claudia Dantschke, die Neturei Karta in ihrer Gänze auf der Basis der mir bisher vorliegenden Informationen nicht mehr als "Holocaust-Leugner" bezeichnen werde.


Mit freundlichen Grüßen,


Claudia Dantschke
Nach reiflicher Überlegung der Sachlage habe ich dann entschieden, sowohl von der FR als auch von Frau Dantschke eine öffentliche Gegendarstellung bzw. Wiedergutmachung einzufordern und bat beide um entsprechende Stellungnahmen und in diese Richtung zu unterbreitende Vorschläge. Bis dato ist diesbezüglich jedoch keine Reaktion erfolgt. Nachfolgend dieses erneute Schreiben an Frau Dantschke und als Weiterleitung an Herrn Frank und Frau Topcu von der FR:
Sehr geehrter Frau Dantschke,


zunächst will ich mich dafür bedanken, dass Sie mir in Ihrem Schreiben zugesichert haben, Neturei Karta und das orthodoxe Judentum öffentlich nicht mehr als "Holocaust-Leugner" zu diffamieren.


Doch muss ich andererseits gleichwohl anmerken, dass diese Zusage allein den nun einmal verursachten Schaden, der durch Ihr Interview in der FR verursacht worden ist, nicht entscheidend und zur Gänze tilgen kann.


Offenbar sind Sie sich immer noch nicht der Tragweite Ihrer verleumderischen Aussage bewusst, die Zehntausende gottesfürchtige Juden auf der ganzen Welt getroffen und in ihrem Andenken an ihre ermordeten Familienmitglieder während der Nazi-Zeit verletzt hat. Schließlich hat das orthodoxe und Thora-treue Judentum insgesamt auch die meisten Opfer zu beklagen.


Ihre "Holocaust-Leugner"-Diffamierung wurde in einer "renommierten" Tageszeitung veröffentlicht und hatte wahrscheinlich an diesem Tag einen großen Leserkreis. Wie - und diesbezüglich erwarte ich Ihrerseits Vorschläge - kann diesem Leserkreis nachträglich vermittelt und bekannt gemacht werden, dass Ihre Diffamierung mittlerweile von Ihnen nicht mehr geteilt wird bzw. Sie sich davon distanziert haben? Also: Wie kann die Wiedergutmachung des von Ihnen verursachten Schadens auch in der Öffentlichkeit eine adäquate Berücksichtigung finden, sodass auch dieser Öffentlichkeit klar wird, dass das orthodoxe Judentum in Gestalt von Neturei Karta den Holocaust nicht geleugnet hat?


Ich erwarte ganz ausdrücklich diese Vorschläge von Ihnen persönlich bzw. in einer von Ihnen gesuchten Absprache mit der Frankfurter Rundschau. Ich denke, Sie haben grundsätzlich genügend Erfahrung damit, wie man anderen derlei Dinge abverlangen kann, denen Sie sich jetzt selbst ausgesetzt sehen müssen. Jedenfalls sollte diese Art einer öffentlichen Gegendarstellung zumindest in jeder Beziehung, also in Art, Umfang, Rubrik etc. als gleichwertig zu beurteilen sein.


Die letzten Zeilen beziehen sich selbstverständlich auch auf Ihre genauso diffamierenden und wiederholt gemachten Äußerungen gegenüber der Quds-Demonstration in Berlin. Sie verunglimpften doch nicht nur das Andenken an unsere Opfer der NS-Diktatur, nicht nur die Neturei-Karta-Sprecher als Nachkommen dieser Opfer und als Teilnehmer der Konferenz in Teheran, sondern auch jene Hinterbliebenen, die in Berlin oder sonstwo auf der Welt an den Quds-Demonstrationen teilgenommen haben.


Das alles wollen Sie wirklich damit bereinigen, indem Sie mir zwei Sätze schreiben, dass Sie das nicht mehr wiederholen wollen und der Fall wäre damit erledigt?


Sie sehen - so glaube und hoffe ich wenigstens - worauf es ankommt: Ein klarer, glaubhafter und öffentlicher Widerruf Ihrer anti-jüdischen Äußerungen.


Grundsätzlich widerspricht es meinen Gepflogenheiten, anderen Menschen gegenüber mit Druck zu begegnen. Doch in diesem konkreten Falle - zumal bei diesem eklatanten Missbrauch des heiligen Namens der jüdischen Nation, dem angerichteten Schaden für das Judentum und der damit als antisemitisch einzustufenden Vorgehensweise Ihrerseits - bleibt mir zu meinem tiefen Bedauern keine andere Wahl.


Ich erwarte Ihre Antwort bis spätestens Freitag, 18 Uhr.


Hochachtungsvoll


Reuven Jisroel Cabelman
Nach Sachlage der Dinge bleibt aufgrund der Nichtreaktion beider Personen als Vertreter ihrer Institutionen wohl keine andere Wahl, als Strafanzeige wegen Verleumdung und übler Nachrede zu stellen und öffentliche Gegendarstellungen einzuklagen.

Kommentare:

  1. Sehr geehrter Herr Cabelman,
    Bitte bleiben sie bei diesem Druck auf die FR und Frau Dantschke.
    Die Erklärung beider Fraktionen an Sie ist absolut Seelenlos und mit größter Verlogenheit an Sie ergangen. Man versucht sich aus der Affäre zu ziehen, indem man glaubt, sie mit dieser läppischen Erklärung abspeißen zu können. Aufgrund der Haltlosigkeit der gemachten gefährlichen Formulierung durch Frau Dantschke und der FR Redaktion, die Neturei Karta Antisemitisch zu schimpfen, bitte ich sie bei ihrer geplanten Anzeige zu bleiben. Mit Gttes Hilfe und aufgrund der Tatsache, das bereits mit den Schreiben Herrn Franks und Frau Dantschke, die Fehler ihrer Formulierung eingestanden worden sind, dürften sie mit Gewissheit als Sieger aus diesem Rechtsstreit herausgehen.
    Zudem wäre der gewonnene Rechtsstreit ein großer Gewinn für all jene antizionistischen Thoratreuen Juden/Menschen in Deutschland, die von Personen wie Frau Dantschke nahezu schon im Reflex als Antisemiten tituliert werden, wenn diese eine antizionistische Sichtweise vertreten.

    AntwortenLöschen
  2. Wenigstens auf Indy wurde dieser unsägliche Schwachsinn wieder gelöscht.

    AntwortenLöschen
  3. Welchen "unsäglichen Schwachsinn" genau meint "Anonym" denn? Jedenfalls hat Indy alle Anschreiben an die FR und Dantschke sehr breit hier dokumentiert:

    http://www.indymedia.org/de/2010/03/935077.shtml

    AntwortenLöschen
  4. Indymedia Deutschland hat den gleichen Artikel gelöscht und das ist dem kleinen Kabelmännchen auch sehr bewusst. Übrigens genauso bewusst ist ihm, in welchem Bezug ich von "unsäglichem Schwachsinn" spreche. :-)

    AntwortenLöschen
  5. Wessen solch sich das "kleine Kabelmännchen" denn "bewusst" sein? Sie sollten konkret werden anstatt im Trüben zu fischen.

    Man verfolgt hier im übrigen wiederum nicht jede Art von vermeintlich "hochwichtigen" Publikationen. Hingegen habe ich speziell Ihren Kommentar hier zur Veröffentlichung freigegeben, um damit ein konkretes Beispiel dafür zu liefern, wie die zionistisch-antisemitische Horde so langsam aber sicher sich dazu aufmacht, um über Thoratreue Juden in Deutschland und ihre Publikationen herzufallen.

    AntwortenLöschen
  6. Sehr gut Herr Cabelman.
    Lassen Sie sich nicht von die Zionisten abschrecken

    AntwortenLöschen
  7. Werden sie doch konkret anonym, statt mit verschwommenen Statements das Ausgangsposting von Herrn Cabelman aufzuweichen!
    Gleich was sie hier auch schreiben, es hilft nicht wirklich. Zionistische Blogger fallen eben durch ihre perfide Aussprache auf und auch gleich durch!
    Es muss für sie schmerzhaft sein zu sehen wie das Thoratreue antizionistische Judentum, langsam wieder die Hoheit über das Judentum bekommt oder?
    Als Muslim und Freund dieser wahrhaft Treuen jüdischen Gttesgemeinde, kann ich ihnen sagen, das sie nicht nur diese antizionistischen Aufrichtigen bekämpfen müssen, sondern gleich auch all jene Muslime dazu, die zusammen mit den Thoratreuen gegen die Thorabrecher einstehen.
    Israelblogger, und das wissen sie genau, haben in keinem Forum leichtes Spiel. Ihre Attacken gegen diesen Blog zeigen die konspirative hässliche Fratze der Zionistenschreiber im deutschsprachigen Raum. Herr Cabelman lassen sie das bloss stehen in ihrem Blog, damit auch jeder sehen kann, wie subtil Israelblogger vorgehen!

    AntwortenLöschen
  8. Indymedia taugt ohnehin nicht als atizionistische Plattform. Sie wurde von den Zionisten infiltriert und ist nun dessen Sprachrohr geworden.
    Antiranische und pro imperialistische Statements entgleisen der Indymedia immer öfter.
    Insofern nutzen sie lieber ihre eigene Plattform Herr Cabelman um die Wahrheit zu verbreiten und verlassen sie sich ausschliesslich auf jene die Gott nahe stehen.
    "anonym" hat sich derweil in die anonymität zurückgezogen, schade eigentlich, denn ich hätte ihm gerne die Stirn geboten!
    Mit Gottes Segen

    AntwortenLöschen
  9. Sehr geehrter Herr Cabelman,

    aus dem Text konnte ich nicht richtig entnehmen, ob Sie schon Strafanzeige gestellt haben.
    Wenn ja, wie weit ist das ganze vorangeschritten?

    Gruß
    Khader

    AntwortenLöschen
  10. Ein Anwalt wurde beauftragt, um meine/unsere Interessen zunächst außergerichtlich zu klären (Widerruf, Richtigstellung, Gegendarstellung).

    AntwortenLöschen