Mittwoch, 17. März 2010

Wieder im Fadenkreuz: Dierkes

Von REUVEN J. CABELMAN

Vor ziemlich genau einem Jahr schrieb ich an den damaligen OB-Kandidaten der Linken von Duisburg, Hermann Dierkes, einen längeren Brief, aus dem ich die einleitenden Sätze hier noch einmal zitieren will:
„Als orthodoxer Jude will ich Ihnen auf diesem Wege meine uneingeschränkte Solidarität übermitteln. Ich erlebe die etablierte Parteienlandschaft Deutschlands ausschließlich als Fürsprecher der zionistischen Ideologie und des Staates, der aus dieser hervorgegangen ist. Die wenigen Ausnahmen kritischer Stimmen innerhalb dieser Parteien werden in der Regel mundtot gemacht und sind oder waren übelsten Verleumdungen und persönlichen Diffamierungen ausgesetzt. Auch auf die Gefahr hin, dass Sie aus parteipolitischen Erwägungen und ideologischen Differenzen heraus mit nachgenannten Personen nicht „in einen Topf geworfen“ werden wollen, so muss dennoch simpel und ergreifend festgestellt werden, dass Sie nach Möllemann, Karsli und Hohmann ein weiteres Opfer zionistischer Inquisition geworden sind.“

Zu diesen Opfern ist in der Zwischenzeit auch der Frankfurter Imam Türkyilmaz hinzu gekommen.

Nun, damals stand Dierkes seitens „jüdischer“ und nicht-jüdischer Zionisten deswegen unter heftigem Beschuss weil er laut darüber nachdachte, ob nicht vielleicht eine Kampagne für einen Boykott israelisch-zionistischer Produkte die Zionisten mit dazu bewegen könnte, ihre aggressiv-kriegerischen Handlungen gegenüber den arabischen Palästinensern zu überdenken.

Jetzt wirft ihm die zionistische Volksfront aufgrund einiger harmloser Äußerungen vor, er wäre ein Antisemit (was denn auch sonst?), denn er soll es tatsächlich gewagt haben, das Existenzrecht der zionistischen Heiligkeit als „läppisch“ zu bezeichnen und den Angriff Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion und den damit verbundenen Verlust von 21 Millionen Menschen mit dem Holocaust zu vergleichen (was bekanntlich strengstens verboten ist!), obwohl darunter auch nicht gerade wenige Juden waren, die ihr „sozialistisches Vaterland“ zu verteidigen hatten.

Die üblichen verbalen Attacken aus dem ideologischen Waffenarsenal stramm-deutscher Zionisten wurden nun auf ihn abgefeuert. Und dabei wird es mit Sicherheit nicht bleiben, denn Zionisten können es einfach nicht ertragen, dass man ihre beiden „heiligen Kühe“ (aus jüdischer Sicht besser: die „Goldenen Kälber“) nicht liebevoll streichelt und hätschelt. Darüber hinaus sind sie sehr nachtragend und meinen auch, sie könnten sich einfach alles erlauben.

In vorderster Reihe agieren so erprobte Frontsoldaten alter Prägung und Schule wie Gysi und Pau, die Dierkes noch zusätzlich vorwerfen, er halte sich nicht an die neo-zionistische Parteilinie, die doch erklärtermaßen den Schulterschluss mit dem zionistischen Staat genauso einfordert wie die schwarz-gelbe Koalition. Es könnte sich fast schon der Verdacht bei diesen Wendehälsen einstellen, dass sie ihre frühere Anhänglichkeit zur und Abhängigkeit von der DDR nun an anderer Stelle zu kompensieren suchen und den zionistischen Staat quasi als ihr „Methadon“ zum Therapieren ihrer alten Sucht einsetzen. Früher reiste man als „Brigadist“ ins sozialistische Kuba, heute als „Experte“ in „Antisemitismus-Fragen“ in den zionistischen Kibbutz.

Selbstverständlich darf der Kampf erprobte Funktionär der selbsternannten Interessenvertretung des sogenannten Zentralrats der Juden nicht fehlen, wenn es darum geht, einem Kritiker der menschenverachtenden Politik des zionistischen Staates so richtig eins „überzuziehen“, denn das ist es, worin der Generalsekretär dieser Vereinigung doch augenscheinlich nicht nur Übung hat, sondern wofür er ja eigentlich auch nicht schlecht bezahlt wird. „Dierkes schöpft damit aus finsteren, klassisch antisemitischen Quellen“, so soll Kramer gepoltert haben. Im Mittelalter waren derlei Adjektiv-Etikettierungen wie "finstere Quellen" doch eher dem Sprachgebrauch des christlich-inquisitorischen Antijudaismus vorbehalten, nicht zuletzt auch um den Pöbel der Pogrome in seinem Tatendrang zu ermutigen.

Heutzutage mischt man dem einfach das Zauberwort "antisemitisch" bei und erreicht ähnliche Reaktionen seitens des intellektuellen Mobs aus Politik und Medien.

Noch sind die Foltermethoden der zionistischen Inquisition subtil. An die Stelle von Scheiterhaufen, Pranger, Rädern und Hautabziehen sind Redeverbote, Veranstaltungsabsagen, Diffamierungen, persönliche Bedrohungen, politisches Mobbing und Erpressung getreten.

Hie und da überfällt man auch mal die Wohnungen und Synagogen orthodoxer und antizionistischer Juden, verprügelt sie auf offener Straße, wirft ihre Fensterscheiben ein, steckt ihre Bethäuser in Brand und bespuckt ihre Kinder.

Doch in der Illusion zu leben, die zionistische Inquisition ließe sich letztlich nur auf derart "sanfte" Mittel ein, um ihre Gegner zum Schweigen zu bringen, ist fahrlässig. Ein tollwütiges Rudel, das sein eigenes Ende instinktiv heraufziehen sieht, nimmt keinerlei Rücksichten mehr.

Kommentare:

  1. Ich finde Ihre Arbeit sehr wichtig. Als Christ war für mich Isrrael/Zionismus/Judentum lange Zeit alles dasselbe. Das kann wegen der Gnadenlosen und allgegenwärtigen Propagand der Zionisten nicht verwundern. Schade das Ihre Stimme noch so wenig verbreitet ist!

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  2. Helfen Sie in Ihrem Rahmen und nach Ihren Möglichkeiten mit beim Verbreiten dieser Stimme!

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  3. Ich danke ihnen für die Informationen. Sie haben mir, vielen anderen, und wahrscheinlich auch dem jüdischen Volk sehr geholfen.
    Mein Gerechtigkeitsgefühl ist schon länger auf Seiten der Besetzten, Unterdrückten, Ermordeten.
    Nun kann ich als schmock auch das Judentum differenzierter betrachten.
    Ich wünsche Ihnen alles Gute!
    Scala Meisenhirt

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  4. Sehr geehrter Hr Cabelman,

    ich finde Ihre Webseite sehr interessant und ganz ehrlich gesagt finde ich die Ideen Gregor Gysi`s zu Israel und Zionismus etwas unpassend, wer von Staatsräson und Solidarität mit Israel als Linker redet darf die Palästinenser nicht vergessen, so wie er es gemacht hatte. Das beste war allerdings bei seiner Rede zu 60 Jahren Israel, er begründete es mit Clausewitz, einem Protagonisten des Krieges, zumindest kannte er keine Massenvernichtungswaffen.
    Was den Zentralrat der Juden in Deutschland betrifft, ist es wohl eher eine israelisch/zionistische Vertretung als eine eigenständige jüdische Vertretung, die Vergessen andauernd die 10 Gebote, die Gebote Hillel`s.
    Aber das schärfste finde ich den missbrauch des Judentums seitens der Zionisten, so im Militärrabbinerrat, die "Jiddischkeit und Kampfgeist" verbreiten wollen und anscheinend gar nicht wissen was Jiddischsein bedeutet.

    freundliche Grüße aus Gera

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