Montag, 20. Dezember 2010

Europas Rechte singt die "Hatikva"

Aktualisierung vom Dienstag, 21. 12. 2010: Soeben erreicht uns eine Aussendung des FPÖ-Vorsitzenden Strache, wonach dieser sich mit dem israelischen Vize-Minister Ayoob Kara in Wien getroffen hat: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20101221_OTS0229

Ein Kommentar von REUVEN J. CABELMAN

Nun ist es sozusagen amtlich und offiziell, alle Spekulationen haben ein Ende und was wir in unserem Artikel "Wächst zusammen, was zusammen gehört"? vor einigen Wochen prophezeiten, hat sich sehr rasch realisiert: Europas Rechte steht (wieder einmal?) stramm vor dem und zum Zionismus.

Alte Seilschaften erfinden sich neu, zeigen sich in der Öffentlichkeit und besuchen einander. Was nicht nur in der jüngeren Vergangenheit noch eher klammheimlich vonstatten ging, zeigt man mittlerweile unverblümt und offenherzig. Schließlich hat man doch die gleichen "Sorgen": Juden sollen alle in einem Staat ("Israel") konzentriert und Muslime sowie Araber möglichst sowohl aus dem Zionistenstaat wie aus den kontinental-europäischen "christlichen Leitkultur-Ländern" verschwinden.

Deutsche Blätter haben ausführlich über die Auftritte von europäischen Rechtspopulisten wie Geert Wilders (Niederlande), Filip Dewinter (Vlaams Belang, Belgien), Heinz-Christian Strache (FPÖ), Kent Ekeroth (Schwedendemokraten) und dem noch CDU-Mann René Stadtkewitz aus Berlin berichtet. Die Welt titelte "Wilders empfiehlt Israel den Bau von mehr Siedlungen" und die FAZ gibt uns einen ausführlichen Einblick in die Reiseaktivitäten der Neo-Zionisten.

Wenn der eine Österreicher und Burschenschaftler (Strache) dem anderen Burschenschaftler (Theodor Herzl) ausdrücklich seine "Sympathie" entgegenbringt und der moderne Rechtspopulismus seine Bündnispartner jetzt auch bei den Zionisten sehen will, so ist diese Wandlung mehr als bedauerlich.

Europa und seine Nationalstaaten könnten durchaus einen Schuß mehr gesunden Patriotismus und Konservatismus gebrauchen, der sich jedoch nicht mit Parteien und Parteioberen umsetzen läßt, deren einzige "programmatische" Grundlage die des Islamhasses ist und sich zudem an einer Ausrichtung orientiert, die die Interessen eines fremden Staates (in diesem Fall des zionistischen) höher einstuft als diejenigen des eigenen Landes. Eine "Israel-First"-Mentalität wie sie von Wilders, Strache und Co. jetzt zur Schau getragen wird, grenzt schon nicht mehr nur an den Verdacht des Landesverrats, verschärft innenpolitische Konflikte innerhalb der entsprechenden Länder, sondern wird vor allem auch auf dem Rücken des jüdischen Thora-Volkes in diesen Ländern ausgetragen, das kein Interesse daran hat, gegen einen Teil der Bevölkerung - in diesem Fall den muslimischen - ausgespielt und für rassistische Umtriebe mißbraucht zu werden.

Das Geschwätz pro-zionistischer Regierungen, Parteien und Organisationen über eine vermeintlich "christlich-jüdische Leitkultur", die es zu verteidigen gelte, soll das übrige dazu beitragen, daß Gesellschaften Europas im Innern zerrissen und gespalten werden. Und ausgerechnet für dieses Unterfangen will man das Judentum mißbrauchen? Welche Art "christlich-jüdischer" Symbiose soll das bitteschön sein? 
 
"Wir alle sind Israel", hat Geert Wilders lauthals verkündet. Wir antworten darauf klar und unmißverständlich: Nur das jüdische Volk der Thora ist Israel und nichts und niemand sonst. Die jüdische Religion, das Judentum, läßt sich nicht vor diesen Karren einer zionistischen Hetz- und Haßkampagne von Aggressoren und Kriegstreibern spannen. Die Menschen Europas haben etwas besseres verdient. Wer mit dem Zionismus ist, stellt sich zugleich gegen das jüdische Volk, gegen die Gemeinschaft Israels. 

Kommentare:

  1. Einfach mal in diesen Blog reinlunzen...:
    http://nasofi.blogspot.com
    Nationale Sozialisten für Israel...was soll man da noch sagen.
    Schön ist auch der Aufkleber mit Zitat von Reinhard Heydrich:
    "Als Nationalsozialist bin ich Zionist!"

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  2. Sehr geehrter Herr Cabelman!

    Bitte tun Sie eins nicht - nennen Sie diese Menschen nicht "Rechte"!
    Der wahre "Rechte" (N. Gómez Dávila beschreibt ihn perfekt, aber bezeichnet ihn sehr unpassend als "Reaktionär") ist Gott nahe, er hat keine Gewalt nötig, keinen Haß, keine Untreue! Diese Unarten sind ganz und gar "links"!

    Mit wohlwollenden Grüßen

    Ein christlicher Rechter

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  3. Sie tun mir einen wirklichen Gefallen, wenn Sie dieses Missverständnis auf diese Art aufklären helfen und ich wünschte, man würde des öfteren Klarstellungen dieser Art vernehmen können.

    Es ist im Grunde nicht anders als bei uns chassidischen Juden, denn die frommsten, gewaltlosesten und G-tt gegenüber treuesten bezeichnen sich selbst innerhalb des jüdischen Spektrums als "rechts", und jeglicher Kompromiss gegenüber der häretisch-nationalistischen Entartung des Zionismus wird als "links" gebrandmarkt.

    Deutschland bräuchte dringend eine ernstzunehmende "politische Rechte", eine - wie ich persönlich finde - an nationalliberalen Eckpfeilern orientierte, die mit historischem Antisemitismus genauso wenig zu tun hat, wie mit seinem Zwilling, dem National-Zionismus.

    Ich denke, wir alle - als gläubige Menschen - müssen uns Begriffe wieder zurückerobern bzw. mit den richtigen/rechten Inhalten füllen. Aber ich meine, dass Wilders, Dewinter und Strache dabei wenig hilfreich sein können.

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