Freitag, 27. Januar 2012

Die alljährliche Geschmacklosigkeit

Von REUVEN J. CABELMAN

Alle Jahre wieder gedenkt der Deutsche Bundestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee. Der 27. Januar ist seit der Präsidentschaft von Roman Herzog offizieller Holocaust-Gedenktag. Letztes Jahr sprach vor den Mitgliedern dieses Parlaments der Präsident des zionistischen Staates, der Kriegsverbrecher Shimon Perski. Siehe auch: Für wen spricht Shimon Peres?

Dieses Jahr werden die Deutschen einem Mann lauschen müssen, der seine ganz eigenen Gedächtnislücken und Verdrängungsmechanismen in seiner Biografie zu haben scheint.

Marceli Reich war von 1944-1950 als Hauptmann für den polnischen Geheimdienst tätig. Als Leiter der Operationsabteilung Kattowitz soll er nach Ende des Krieges mit der Einrichtung von Lagern und Gefängnissen für willkürlich aufgegriffene Deutsche betraut gewesen sein.

An die 80.000 Deutsche, überwiegend unschuldige Frauen, Kinder und Greise, sind in diesen Lagern um ihr Leben gebracht worden. Die Vertreter des deutschen Volkes im Reichstagsgebäude zu Berlin werden dennoch am Ende der Rede dieses Mannes stehende Ovationen spenden (müssen) und damit - ob bewusst oder nicht - auch seinem gesamten Lebenswerk Beifall klatschen.


 

Auch jenen nicht mehr ganz so weißen Flecken während seiner Zeit in Polen. Dies muss aber jeder Volksvertreter für sich selbst einordnen und mit seinem Gewissen ausmachen.

Darüber hinaus jedoch werden die Parlamentarier wieder einmal tatkräftig und in Mittäterschaft dem deutschen Volk den Eindruck vermitteln, dass derlei Leute wie ein Marceli Reich für "die Juden" geredet hätte.

Halt! Denn spätestens jetzt überschreiten diese Parlamentarier ihre Befugnisse!

Welch eine Verhöhnung, welch ein Affront gegen Millionen von religiösen Juden, die in Nazi-Lagern ermordet wurden. Marceli Reich hat leider den Auftrag des Bundestagspräsidenten vor den deutschen Volksvertretern zu reden.

Doch er hat ihn sicher nicht von unseren Gepeinigten, Ermordeten und ebenso wenig von unseren Überlebenden.

Kommentare:

  1. Vielen Dank Herr Cabelman für Ihre dreiste Wörter. Machen Sie nur so weiter, die wahrheit wird schliesslich siegen.

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  2. Hat eigentlich jemals ein Vertreter des orthodoxen Judentums im Bundestag reden dürfen?

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    1. Nein, natürlich nicht. Daran ist der Bundestag offensichtlich nicht interessiert. Aber Vorsicht: Nicht überall wo "orthodoxer Jude" draufsteht, ist auch einer drin.

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  3. Es ist leider so das in der BRD Zionisten und Juden gleichgesetzt werden.

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  4. Marceli Reich war von 1944-1950 als Hauptmann für den polnischen Geheimdienst tätig


    Ich bitte um eine kleine Korrektur- Polen wurde von den Allierten (anscheinend als Dank für dafür, dass Polen die 4. grösste Armee des II WK gestellt hat sowie die meisten Gerechten unter den Völkern) mehr oder weniger an Stalin verkauft. Es gab in dem Sinne keinen "polnischen Geheimdienst" (dieser wäre von der rechtmässigen poln. Regierung im Londoner Exil akkreditiert worden!) sondern einen "Geheimdienst der poln. Kommunisten" (in den Anfangszeiten wurde dieser von russ. NKVDlern geführt!)- welcher mit der Ermordung poln. Antikommunisten (wie z.B dem Helden Witold Pilecki u. vielen anderen) beschäftigt war und durch den Deutsche, die ausgesiedelt werden sollten (wegen der Grenzverschiebung, welche ebenso nicht von Polen gemacht wurde) zu Schaden kamen oder gar zu Tode. 40% dieser Stasi (laut IPN-Institut für nat. Gedenken) bestand aus atheistischen Kommunisten mit, sagen wir mal, jüdischem Background wie z.B Salomon Morel.
    Witzigerweise haben in Polen die Kommunisten nach dem Krieg Antisemitismus aktiv gefördert.Wieso? Befehl aus Moskau-Israel war schliesslich ein US-Verbündeter und es war kalter Krieg.
    Diesen Verbrecher (und andere, wie z.B die Justizmörderin Helena Wolinska) wollte die poln. Staatsanwaltschaft nach dem Zusammenbruch des Kommunismus vor Gericht stellen-er floh aber nach-Israel. Israel lieferte ihn nicht aus-schliesslich ist Polen ja furchtbar "antisemitisch", da kann man denen anscheinend nicht zutrauen das richtige Urteil über einen Massenmörder zu fällen.
    Die Rote Armee hat schreckliches Leid über die Polen, Ungarn,Rumänen,Balten u.a gebracht-Israel weiht derweilen gerade dieser Armee Denkmäler (und nicht z.B dem poln. Untergrundstaat,welcher als einziger aktive Hilfe unter Lebensgefahr aller Beteiligten sowie Hinrichtung von Kollaborateuren betrieb). In Israel, so habe ich es am eigenen Leibe erfahren, lernen Kinder, wie furchtbar antisemitisch der Rest der Welt ist- wer es nicht glaubt der schaue sich die Doku Defamation an. Ich bin ein (reformjüd.) Konvertit aus Polen und versuche wirklich Judentum zu leben. In Israel wurde ich dafür von einige Israelis verspottet ala ich sei gar kein Jude (sie aber anscheinend schon, auch als Atheisten). Ah, verkehrte Welt...

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