Sonntag, 26. Februar 2012

Von einer Broder'schen Büttenrede

Von REUVEN J. CABELMAN

Obwohl auch der Kölner Karneval zu Ende ist, ist es diesem holprigen Manuskript einer Büttenrede aus der Feder eines einschlägig bekannten nationalzionistischen Jeck (nicht zu verwechseln mit Jecke!) zu verdanken, dass "Der Israelit" alleine in den letzten beiden Tagen 2500 Mal angeklickt wurde.


Es ist gut, wenn Menschen und insbesondere Deutsche, mit den Positionen des authentischen Judentums etwas vertrauter werden und dabei unter Umständen erkennen, dass das was man ihnen in den letzten Jahrzehnten an selbsternannten Sprechern sowie nur sich selbstinszenierenden "attention seekern", die von sich behaupteten sie würden das Judentum vertreten, geboten hat, nichts weiter war als Blendung, Lug und Betrug.


Wenn eine nicht gehaltene Rede für die Bütt dabei ein wenig zuhilft, müssen wir das auch dann hinnehmen und akzeptieren, wenn es uns auch etwas schmerzen sollte, dass immer noch dermaßen viele Menschen dem extrem-fundamentalistischen, rassistischen, antijüdischen und damit unmenschlichen Nationalzionismus auf den Leim zu gehen scheinen. Wir arbeiten jedenfalls daran, dass dies besser wird.

Nun, ob der Verfasser dieses komödiantischen Schmankerls als Jude geboren wurde, entzieht sich unserer Kenntnis. Seine Mutter soll - so jedenfalls die Gerüchte und Informationen aus glaubhaften Quellen - zum Judentum konvertiert sein, was ja nichts Ehrenrühriges ist, sofern solch ein Übertritt entsprechend allen Vorschriften der jüdischen Gesetze, also nach streng halachischen Regeln, vorgenommen wurde. 
Schließlich ist das jüdische Volk seit Abraham auch eines von Konvertiten.

Jedenfalls soll die rheinische Frohnatur mit einer Katholikin verheiratet (gewesen?) sein. Nebbich! Ob daraus die Narrischkeit gemeinsamer Kinder entsprang? Keine Ahnung. Wäre es so, dann stünde allerdings eindeutig fest, dass diese nicht als Juden auf diese Welt kamen und das vermeintlich jüdische Stammbäumchen des Karnevalisten hätte letztlich mit ihm sein Ende gefunden. Baruch HaShem!

Aber gehen wir einmal ruhig davon aus, der etwas lückenhafte, aber von jedermann als wahr angenommene Lebenslauf dieses Volksbelustigers wäre soweit zutreffend, echt und absolut wasserdicht, dann macht dies immer noch kein Mitglied des jüdischen Volkes aus ihm. Denn um in diesem Club sein zu dürfen, bedarf es - so jedenfalls lehrt es auch unsere jüdische Halacha - an einigem mehr als nur an seichten Behauptungen plus lautem rassistisch und nationalzionistischem Geschrei (siehe: "Wie definiert sich eigentlich ein Jude?"). Auf jeden Fall aber die Einhaltung der Vereinssatzung, der Thora, und der damit verbundenen Gesetze, wären vonnöten.

Bei ihm aber weit gefehlt. Warum behauptet so einer, er sei Jude? Welch eine schmerzhafte Beleidigung für diesen heiligen und göttlichen Namen!


Aber auch für derlei Leute mit zweifelhaftem Status und/oder sehr eindeutig nichtjüdischem Verhalten, also für Treifefresser und Co. hat das Judentum wahlweise die Klassifizierungen "Goi gamur" oder "Shaygetz" parat.

Jedenfalls ist die Kölner Fastnacht vorbei. Allerdings stehen Fasten Esther und Purim vor der Tür und damit auch die Ermahnung an uns, sich in keiner Generation vor den Amalekitern, vor Haman, zu beugen und das Andenken an sie letztlich auszulöschen. Einer unserer großen Gelehrten des letzten Jahrhunderts meinte passend dazu, es bestünde absolut kein Zweifel daran, dass die Zionisten die heutigen Nachfahren Amaleks wären.

Geehrt hingegen werden der Heroismus und die Aufopferungsgabe unserer jüdisch-persischen Königin Esther und ihres Onkels, Mordechai HaJehudi, für ihr Volk und dessen Thora.

Dieses Jahr zu Purim verstellt sich einer meiner Söhne als Mordechai. Bei meinem Kostümverleih lässt sich dann durchaus nachfragen, ob für "dat Kölsche Jung" eventuell ein Badchen-Kostüm zu haben ist. Nein, nicht für Purim! Für den nächsten Kölner Rosenmontagsumzug!

"Er war nicht nur groß, sondern auch beliebt. Nicht nur das Gute erstrebte er, sondern auch den Frieden." Diese in lapidare Kürze die Bedeutung von Mordechais Leben zusammenfassende Inschrift ist auf seinem Grabstein in Hamedan/Iran eingemeißelt.


Welten trennen doch einen echten Jehudi von einem Kölner Karnevalsclown!   

Siehe auch: Henryk Broder - Ein Antisemit lässt seine Maske fallen


Zionistisches Delirium - Zum neuen Buch von Henryk M. Broder

Kommentare:

  1. Zitat :
    >Seine Mutter soll - so jedenfalls die Gerüchte >und Informationen aus glaubhaften Quellen - >zum Judentum konvertiert sein,...

    Herr Cabelmann, Sie soltten doch wissen wie sowas sich in Judentum nennt(loshen ora).

    Was ich fragen wollte...
    Wie ich sie soweit verstanden habe, aberkennen Sie den in Israel und ausserhalb lebenden Zionisten zugehörigkeit zu jüdischen Volk. Also nach Ihrer Definition sind es keine Juden..!
    Wenn es keine Juden sind, gehört das heilige Land Zionsten, demnach keinen Juden. Dennoch hetzen Sie gegen Israel. Die Cristen nennen sich auch Israel.....Wo ist das problen?

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    1. Loshen hore meinen Sie wohl. Herr Yaakov11, vielleicht sollten Sie "Ihren" Chofetz Chaim noch einmal genauer studieren. Jedenfalls haben wir gegenüber Koifrim und Goyim, die sich als Juden ausgeben, sicher nicht diese Mitzve. Im Gegenteil. Sie scheinen in derlei Fragen etwas verwirrt zu sein.

      Der nächste Punkt: Nicht ich bin es, der Zionisten die Zugehörigkeit zu Klal Jisroel aberkennt, sondern das ist Halacha. Der Rambam sagt uns dies sehr deutlich.

      Die Zionisten sind genauso Juden wie es die Sadduzäer, die Karäer, die Urchristen oder die Anhänger von Shabbse Zvi waren. Doch zum Klal gehören sie alle nicht mehr. Nicht weil ich das entschieden hätte, sondern weil unsere Toire, die Poskim, emesdige Gedolei Jisroel aus früheren Doiros und unsere Haluche das so entschieden haben.

      Also: Wo ist Ihr Problem?

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