Sonntag, 21. Oktober 2012

Der Antizionist

Ein Gesellschaftsbeitrag in ZUERST! Deutsches Nachrichtenmagazin, Ausgabe August/September 2012











Auf Russisch

Kommentare:

  1. Werter Rabbi,

    es ergeben sich Ungereimtheiten aus Ihren Aussagen...
    Im 1. WK schon haben Deutschland, Polen und Russland Krieg gegeneinander geführt, auf allen Seiten waren Juden, die sich gegenseitig töteten (im Namen des von Ihnen, werter Rabbi, gepredigten Nationalismus). Was ist nun wichtiger? Nationalismus oder Religionszugehörigkeit? Desweiteren: Anderen predigen Sie Nationalismus, Sie aber lehnen den Staat Israel ab, wie passt das zusammen?

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    1. Sehr geehrter Herr Mendeleyev,

      aus meinen Aussagen ergeben sich absolut keinerlei Ungereimtheiten. Sie sind ganz im Gegenteil exakt jene, die alle unsere Weisen und Gelehrten seit Jahrtausenden auf Grundlage von Thora, Talmud und den rabbinischen Schriften immer und überall vertraten und wonach das jüdische Volk bzw. die jüdische Religionsgemeinschaft sich verhielt. Der deutsche Rabbiner Samson Raphael Hirsch, ein früher Kämpfer gegen den aufkeimenden Zionismus in deutschen Landen, ist nur ein, aber wesentliches Beispiel. Auf dieser Seite hier können Sie seine Position, gestützt auf Thora, Talmud und die Propheten, unter der Überschrift "Vom deutschen Vaterlande" (http://www.derisraelit.org/2012/06/vom-deutschen-vaterland.html) nachlesen.

      Das jüdische Volk lebt im g-ttlich verordneten Exil und - so entnehmen Sie es auch bei Hirsch - hofft und betet für seine und der Menschheit Erlösung durch den Gesandten G-ttes, durch Moshiach. Darauf haben wir Juden geduldig zu warten und nichts zu unternehmen, was die Länge des Exils in irgendeiner Form beeinflussen sollte bzw. könnte. Bis zur Zeit der Sammlung der Zerstreuten durch Moshiach haben wir die Pflicht in den jeweiligen Ländern unseres Aufenthaltes getreue Bürger zu sein und uns für die Interessen und das Wohl dieser Nationen zu engagieren. Im Verständnis der Thora und unserer Weisen ist dies ein Aspekt des Exils, eine Verschmelzung von Vaterlandstreue auf der einen und "Religionszugehörigkeit" auf der andern Seite. Beides bildet eine Einheit und nicht etwa einen Gegensatz. So ist die Halacha.

      Der zionistische Staat hingegen ist gegründet auf einer Ideologie, die der Thora und dem Wesen des Judentums völlig fremd ist und das Exil künstlich und durch Menschenhand meint beenden zu können. Sozusagen eine Abkürzung ohne G-tt, ohne Eliyahu HaNovi, ohne Moshiach. Das ist nichts anderes als reine Häresie, die darüber hinaus auch noch vorgibt, im Namen des Judentums zu handeln und zu sprechen. Die Thora, unsere Weisen, unsere Geschichte und Tradition lehnen dies ab und deshalb haben wir die Pflicht uns gegen den zionistischen Nationalismus zu stellen und ihn zu bekämpfen. Darüber hinaus - und dies ist ein mehr als deutliches Zeichen seiner Falschheit - ist seit seiner Existenz nicht nur Eretz Israel, das Heilige Land, im physischen wie im spirituellen Sinne der gefährlichste Platz für Juden. Der Zionismus stellt auch eine erhebliche Bedrohung für die gesamte Menschheit dar.

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    2. Super und klare Wörter! Danke!
      Freundliche Grüße aus Österreich.
      Eugen Fischer.

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  2. Nur zu Empfehlen: die Seite Studienverband Jeschurun, danke Naphtali Hirsch!

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  3. "...Rabbiner Cabelman hat im etablierten "Judentum" in Deutschland nicht viele Freunde, um es genauer zu sagen, er hat gar keine." Das ist auch nicht weiter schlimm, denn er hat einen Freund, der ist sehr viel wichtiger: Gott!
    Desweiteren gilt was Rabbiner Israel (Meir Hirsch) sagt: So suchet die Wahrheit und den Frieden, zuerst die Wahrheit, und dann den Frieden!

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  4. Werter Herr Cabelman, ich freue mich sehr, dass es Sie gibt. Und mir ist bewusst, dass Sie es als "Verräter unter Juden" gewiss nicht leicht haben, aber wen liebt Gott wohl mehr? Sie oder andere "Juden", die mit gespaltener Zunge sprechen und den Mammon mehr lieben als die Wahrheit?

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    1. Ich schliesse mich diesen Kommentar ganz an.
      E.Fischer, Österreich.

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  5. Sehr geehrte Zionisten und Antizionisten,
    ich weiß nicht sehr viel über irgendwelche Hirsch-Rabbis, ich habe mir auch nicht den Talmud von A bis Z durchgelesen, geschweige denn alle Kommentare zu diesen fetten Schicken.
    Sie etwa? Bestimmt nicht.
    Was ich aber weiß ist, dass kein Anderer als Gott den Söhnen Jakobs das Land Kanaan gegeben hat. Steht ja in den fünf Büchern von Moses. Von Vertreibung war in den besagten Büchern ehe peripher die Rede. Es hieß immer - ein Verhalten, dass Gott zuwider ist, wird negative Sanktionen nach sich ziehen (Vertreibung, Holocaust, was auch immer). Ein Verhalten, dass Gott gefällt hingegen wird mit positiven Sanktionen belohnt ("Wiederauferstehung" Israels als Staat usw).
    Nochmal - die Israeliten haben einen Vertrag mit Gott geschlossen. Der Inhalt ist ganz simpel - die Israeliten verpflichten sich nach Gottes Wort zu leben. Im Gegenzug wird Gott sie "Mose-ziehen" (beschützen, befreien, aus jeder Scheiße raus-ZIEHEN). Klaro? In diesem Sinne - Friede sei mit Euch (Salami, Schalomi).

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    1. Sehr geehrter Anonym,

      sehen Sie, darin besteht eben ein (sicher nicht der einzige) Unterschied zwischen Ihnen und uns. Wir wissen über die "Hirsch-Rabbis" und unsereins lernt auch den Talmud plus aller Kommentare schon von Kindesbeinen an. Nicht wenige kennen diesen "fetten Schinken" sogar auswendig.

      Was Sie deshalb nicht wissen können, ist, daß G-tt den Kindern Israels zwar das Land verheißen hat, aber eben nur unter Bedingungen. Das war keine "One-way-street". Und genau das steht in den fünf Büchern Moses, man muß sie nur zu Ende, in ihrer gesamten Länge und vor allem mit jüdischem Wissen lesen, sonst wird das nichts.

      Das Verhalten, das G-tt zuwider war und immer noch ist (und das wird hier auf dieser Seite und in vielen Antworten auf Kommentare deutlich erklärt), ist in der Tat die Zuwiderhandlung gegen das von Ihm bestimmte Exil (Golus) und nicht nur all unsere Weisen, sondern vor allem auch die Propheten warnen uns ausdrücklich vor der Ungeduld bzw. vorzeitigen und durch menschliche Kraft und Selbstüberschätzung manipulierte Verkürzung desselben. Genau daraus resultierten Vertreibung, Holocaust etc.

      Die "Wiederauferstehung" eines lächerlich profanen und weltlichen Staates, der dazu in allen Aspekten nur Unglück über unser Volk und die Welt gebracht hat, hat absolut nichts mit den Verheißungen der Thora gemeinsam.

      Deshalb nochmal: Wir, die Israeliten, das jüdische Volk, haben in der Tat einen Bund (Vertrag, Deal) mit G-tt und der besteht in der Einhaltung der 613 Mitzvos und der damit einhergehenden Beobachtung der Worte unserer Chachamim (Weisen). Dazu gehört sehr substanziell die Akzeptanz des Exils bis zum Tage, wo G-tt uns selbst durch Seinen Gesandten von allen Enden der Welt einsammeln wird und alle Schwerter zu Pflugscharen umgewandelt werden. Davon sind wir - zumindest solange es den zionistischen Staat und seine damit verbundene antijüdische Ideologie noch gibt - noch etwas entfernt. Nicht weit, denn - und auch das erklärt uns der "fette Schinken" des Talmud - Moshiach und damit die Erlösung werden kommen.

      Also, erzählen Sie uns doch bitte nichts über unseren Vertrag. Schließlich haben wir ihn unterschrieben und kennen auch das Kleingedruckte! Klaro???

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  6. Klaro!!! Natürlich!!!Smiley

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  7. Herr Cabelmann,
    ist es nach der Ansicht der großen Thoraweißen gerechtfertigt (aus politischen Erwägungen wie Gebietsgewinn oder auch anderen Gründen), dass jüdische Soldaten (in diesem Fall für das Deutsche Reich) andere Menschen töten oder die koloniale Ausbeutung andere Menschen (zum Beispiel in Afrika) unterstützen? Ist es im Sinne der תּוֹרָה Tora, der משנה (Mischna) und/oder der גמרא (Gemara) richtig, andere Menschen abzuwerten, indem man sich selber durch die positive Bezugnahme auf die Nation aufwertet? Ich möchte konkretisieren, was ich damit meine. Wenn ich mehrere Dinge zur Auswahl habe, dann kann ich zum Beispiel sagen, ein Gegenstand ist gut oder ich kann ihm sonst eine positive Eigenschaft zu schreiben. Was ist dann aber über die anderen Sachen gesagt? Implizit werte ich sie damit ab, da sie ja nicht so gut sind wie die eine Sache meiner Meinung nach. Wenn ich wiederrum sage, alle Sachen sind gut, dann habe ich quasi keine Aussage getroffen. Weder über die eine noch über die andere Sache ist etwas ausgesagt. Patrioten sagen ja häufig sie würden andere Länder nicht abwerten. Allerding: Das gleiche finden wir beim Nationalismus und Patriotismus. Sobald ich sage „mein“ Land ist gut, sage ich die anderen sind schlechter, ich werte sie also implizit ab. Wenn man sagt man sei stolz etwas zu sein, sagt man auch, man ist stolz nicht das andere zu sein, was noch eine krasse Abwertung ist. Soll man sich als Nicht-Deutscher schämen? Ähnliches finden wir auf der Ebene Mann und Frau ja bei den “ ברכות השחר“ am Morgen gesagt. Ich weiß allerdings nicht, ob dies ברכות ihrer Liturgie entspricht.
    Ich weiß um das Konzept, dass man sich den Gesetzen des nennen wir es mal "Vaterland" unterwerfen soll. Es geht sogar so weit, dass man nicht gegen das Land rebellieren darf. Schön und gut. Darf man dann allerdings Ideologien unterstützen, die wie der Nationalismus, anderen Menschen schadet? Kriege und vor allem der 1. Weltkrieg haben vielen Menschen geschadet. Den 2. Weltkrieg wollen wir mal wegen der affektiven Komponente ganz auf dem Spiel lassen. Ich hoffe, ich verstehe ihre Prinzipchen, denn ich will Ihnen nicht die ewig gleichen Dinge an den Kopf werfen, auf verschiedenen Ebenen, die es ausschließen, dass es zu einer Synthese kommen kann. Vielleicht betrachte ich das auf einer zu materialistischen Ebene. Allerdings kann man an vielen (vielen) Beispielen zeigen, dass es eine deutliche Korrelation zwischen Nationalismus und Gewalttaten gegenüber anderen als außerhalb der Nation wahrgenommenen Menschen gibt. Dies würde ich als Faktum so setzen. Die Frage ist inwieweit ist das ganze durch eine Entität (G“tt) determiniert. Ich würde sagen, dass nicht es nicht nur einen korrelativen Zusammenhang zwischen Nationalismus, Gewalt und Ausgrenzung gibt, sondern auch einen kausalen.

    Eine Anmerkung möchte ich meinen Ausführungen anschließen, auch wenn es nicht zu hundert Prozent passt. Nicht alle tora- treuen Juden, und so würde die chassidischen Juden von Satmar bezeichnen, scheinen mit potenziellen oder faktischen Mördern (mindestens aber Totschlägern) zu kollaborieren wie die Naturei Karta. Der Satmarer Rebbe Zalman Leib Teitelbaum hat die Mitglieder der Naturei Karta verurteilt, als sie nach Teheran gereist sind. Dem würde ich mich anschließen: Religiöser Antizionismus auf Grundlage von Rebbe Yoel Teitelbaums Ausführungen sind eine Sache, aber die Unterstützung von Organisationen, die anderen Menschen schaden oder sie häufig sogar töten, ist durch nichts zu rechtfertigen. Zu solchen Organisationen gehören analog nicht moralisch verglichen: Das deutsche Kaiserreich, Hamas und Hisbollah. Alle haben zu dem Verlust! von unendlich kostbaren Menschenleben geführt.
    Mit guten Wünschen für einen baldigen Auftritt des Moschiach
    J. Q.

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    1. Wenn ich die Zeit finde, werde ich - bli neder - ausführlicher antworten. Doch zwei Dinge seien hier schon vorab erwähnt:

      1. Der Satmar Rebbe, Reb Zalman Leib Teitelbaum, dessen Chossid ich bin, hat die Teheranreise zunächst verurteilt, weil er - wie viele andere - falsch informiert worden ist. Seine Verurteilung hat er einige Tage später - und das ging leider nicht durch die Gazetten des frommen Zionismus - widerrufen. Im übrigen - und auch diese Information kann Ihnen nicht zur Verfügung stehen - hat der selige R. Avraham Leitner zt"l, ein enger Vertrauter des Rebben, auf Anfrage von NK damals die Reise nach Teheran ausdrücklich gutgeheißen und gebilligt.

      Darüber hinaus sollte man doch in der Lage sein zu erkennen, daß es - zumindest bei näherem Hinsehen in die Geschichte und ohne getrübten Blick der Nationalismus der Zionisten war, der Menschen nun seit über 100 Jahren schadet und getötet hat und Organisationen wie Fatah, Hizbollah oder Hamas nichts weiter sind, als natürliche Reaktionen eines unterdrückten weltlichen Volkes, die sich im Widerstand gegen eine brutale Unterdrückungsmacht befinden. Jene Gruppen haben in etwa den Stellenwert anderer nationaler Befreiungsbewegungen (IRA, ETA, ANC usw.), sind allerdings für uns deshalb von ganz anderer Bedeutung, weil sie sich in ihren Aktionen vermeintlich gegen Juden richten.

      Wir haben den Frieden zu suchen, nicht den Krieg! Wir haben jüdisches Leben zu retten und dieses nicht dem Moloch eines sogenannten "jüdischen Staates" zu opfern, dessen Existenz alleine dafür verantwortlich ist, daß Juden UND Palästinenser sterben müssen.

      Schauen Sie, Esav war ein Mörder und trotzdem ging ihm unser Urvater Jaacov entgegen und beschenkte ihn. Jochanan ben Sakkai und alle unsere Thora-Gelehrten gingen und lehrten uns diesen Weg und wir hätten und haben mit späteren Massenmördern gesprochen und verhandelt, um jüdisches Leben zu schützen und den Namen des Allmächtigen zu heiligen, ob diese nun im Namen des "Nationalismus" oder in dem des "Internationalismus" mordeten und Länder eroberten und Völker unterjochten. Wenn Sie dafür das belastende Wort "Kollaboration" gebrauchen, zeugt dies leider nicht nur von wenig Sachverstand sondern auch nicht von Kenntnis der Thorawege und Menschenliebe. Es ist doch ganz entschieden umgekehrt zu bewerten: Wer nämlich auf irgendeine Weise mit dem Nationalzionismus sich verbandelt, ob auf jüdischer Seite oder auf arabischer (wie Abbas z.B.) der kollaboriert meist aus Gründen persönlicher oder politischer Vorteilnahme. Wir als Satmarer und NK-Juden sind von derlei niedrigen Beweggründen weit entfernt!

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  8. Sie scheinen ähnliche Ansichten über Satmar zu hegen, wie ich, denn:
    די ציונים זענען שולדיג אין אַלע צרות אויף דער וועלט
    רבינו הקדוש מסאטמאר זי"ע

    gez:J.Q.

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  9. Mordechai Rabinowitsch16. November 2012 um 07:24:00 MEZ

    Der Kreis zwischen Herrn Broder und Herrn Cabelman schließt sich, da wo ersterer "Pro Deutschland" unterstützt, und Herr Cabelman sich in "Zuerst", einem rechtsextremen Magazin äußert.

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    1. Zwischen Broder und mir schließen sich sicherlich keinerlei Kreise. Es existieren noch nicht einmal Berührungspunkte, auch nicht in der Unendlichen!

      Wir als orthodoxe Juden hingegen haben keinerlei politische Berührungsängste zu haben - weder nach links noch nach rechts. So verhielten sich unsere Vorväter und unsere Gelehrten, deren Traditionen wir auch an dieser Stelle weiterführen. Deshalb würde ich mich auch in der Jungen Welt, der taz, der FAZ, dem Spiegel oder dem Focus äußern, wenn diese mich darum ersuchen würden. Und wenn ich mich darin äußern würde, so wäre dies ja nicht automatisch gleichbedeutend damit, daß ich alle anderen Artikel oder Aussagen dieser Publikationen sozusagen im Pack inhaltlich auch mitübernommen hätte. Ob Sie diesen Unterschied verstehen?

      Zwar liegt es heutzutage im Trend, bleibt dennoch ziemlich hilflos, wenn man jegliche Presse rechts von sozialdemokratisch oder grünen Verlagen als "rechtsextrem" definiert. Aber selbst wenn Sie dieser Meinung sind, stört es mich ehrlich gesagt herzlich wenig.

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  10. Sehr treffend kommentiert, werte(r)J.Q.!

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